was geschah

Andreas war bei Mathias, einem ehemaligen Klassenkameraden der Handelslehranstalt Gernsbach, zum Geburtstag eingeladen.

Da wir mit Daniel an diesem Tag die Großeltern besuchten und nicht Zuhause waren als Andreas wegging, lag wie üblich, als wir heim kamen,  ein Zettel von unserem Sohn auf dem Küchentisch.

Hallo ihr drei, ich bin in Kuppenheim beim Matze auf der Geburtstagsparty, ala bis morgen Grüßle euer Andy....das waren die letzten Zeilen an uns.

Zum Glück ließ er uns an seinem Leben teil haben und wir wussten immer wo er war, so auch an diesem Wochenende.

Am 25.11.2006 fuhr Andreas  am frühen Abend mit der Stadtbahn nach Kuppenheim, dort wurde er von seinem Freund am Bahnhof abgeholt und sie fuhren zusammen mit Mathias Auto zum Clubhaus, wo die Feier stattfinden sollte.

Ausser Mathias feierten noch zwei weitere junge Männer ihre Geburtstage, diese beiden und ihre Freunde kannte Andreas nicht, doch Andreas hatte nie Probleme damit Menschen anzusprechen oder kennen zu lernen. 

Gegen drei Uhr morgens verließ Andreas angeblich nach einer Meinungsverschiedenheit jenes Fest und ging zu Fuß Richtung Bahnhof, ein Fußweg von cirka dreißig Minuten.

Obwohl nach unserem Sohn angeblich Aufbruchstimmung herrschte will ihn auf dieser langen ,kerzengeraden Strasse niemand mehr unterwegs gesehen haben.

Unser Sohn muß so zwischen 3.30 und 3.50 am Bahnhof angekommen sein. Da saß aber ein Mann an den Bahngleisen Richtung Rastatt und wartete auf seine Stadtbahn, er saß da von 3.50 Uhr bis 5.45 Uhr, hat aber unseren Andreas defenitiv nicht gesehen.

Ausserdem blieb die Jacke unseres Sohnes im Clubhaus zurück, obwohl es Ende November und bitterkalt draussen  und unser Junge nur mit einem T-Shirt bekleidet war......

Von da ab fehlte von Andreas jede Spur.

Als unser Sohn nicht nach Hause kam erstatteten wir eine Vermisstenmeldung bei der Polizei in Gernsbach, die diese an die Kriminalpolizei Rastatt weiterleitete.

Sie suchten Andreas mit Hubschrauber, Spürhunde suchten die Gegend rund um das Clubhaus ab, Taucher durchschwammen den Murgdamm, speziell ausgebildete Bluthunde wurden eingesetzt. Diese nahmen Andreas Spur auf, bis zum Bahnhof Kuppenheim, was zum Anlaß führte das unser Sohn wohl in ein Auto gestiegen sein muß, denn der Bluthund blieb an der Sitzbank an den Bahngleisen Richtung Heimat sitzen und rührte sich nicht mehr von der Stelle.

Um zu überprüfen, ob der Hund auch Andreas Spur hatte, setzte man ihn am Bahnhof in Gernsbach aus. Obwohl da hunderte von verschiedenen Gerüche waren, fand der Hund die Spur und führte die Kriminalpolizei direkt zu unserer Haustüre, weil Andreas ja diesen Weg am Vortag gelaufen war, Ich habe mir sagen lassen, das so ein Bluthund vierzehn Tage den Geruch seiner " Beute " wahrnehmen kann.

Wäre Andreas zur Murg zurück, wäre auch der Bluthund zurück gegangen. Wenn Andreas sich zu Fuß entfernt hätte, wäre auch da der Hund weiter gelaufen, der blieb aber an den Gleisen sitzen, an denen ein Parkplatz angrenzt. Wir gehen davon aus das unser Sohn in ein Auto gestiegen sein muß und er diesen Jemand gekannt hatte.

 

17 Tage voller hoffen und bangen folgten, voller Tränen, Sorgen, flehen...bitte bitte Andreas komm heim, was ist geschehen? hatte er einen Unfall, liegt er irgendwo verletzt?  ist er irgendwo abgestürzt oder eingesperrt? wird ihm weh getan? wir konnten nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, alles drehte sich nur noch um das Eine: Wo war Andreas?

Wir bekamen von Kriminalbeamten zu hören Andreas läge sicher auf Mallorca und würde sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen, oder der liegt irgendwo bei einer Frau und hat seine Mutter vergessen. Ich habe ihnen nur geantwortet, das ich mit Sicherheit weiß mein Bub würde heim kommen, wenn er könne und er würde sich melden.

Bis wir dann am 13.12.2006 von der Kriminalpolizei hörten das sie Andreas tot aus dem Rhein geborgen haben, 128 km von Zuhause entfernt, sein neuer Mp3 Player fehlte und sein Geld war weg, sonst hatte er alles bei sich. 

 

 Unser Leben veränderte sich auf einen Schlag, nichts ist mehr so wie es war. Wir leben nur für den Tag an dem wir erfahren wie unser Kind starb, wo unser Kind starb, wann unser Kind starb und WARUM.

Andreas Akte wurde geschlossen, Todesursache Ertrinken- Todesumstände ungeklärt, das Schlimmste daran ist alleine gelassen zu werden, nicht nur mit der unendlichen Trauer, nein auch mit den hunderten von Fragen. Jede Mutter auf dieser Welt wird uns recht geben, wenn wir wissen möchten wie unser Kind gestorben ist und dafür kämpfen, daß fremde Menschen nicht irgendwelche Behauptungen aufstellen können, Wir bekamen Anrufe Andreas wurde erschossen, er wurde tot aus dem Murgdamm gefischt, wieder andere fragten meine Mutter oder Schwiegermutter ob Andreas wohl depressiv war, weil er sich doch das Leben genommen hätte.

 Er war wie alle jungen Leute, ein junger Erwachsener mit Fehlern und Schwächen, aber auch voller Liebe, Zuversicht, Lebensfreude und Zukunftsplänen und jeder von uns war einmal jung und hat sich ausgetobt, was aber nicht heißt das wir oder unsere Kinder uns ertränken. NIEMALS !!!!!

Andreas hat mit uns über alles geredet, dies macht kein Mensch der sich angeblich einigelt, er hat auch seinen Job mit Freude erledigt, nicht wie behauptet wird widerwillig.

Es wäre schön wenn wir durch unsere Homepage erreichen könnten diesen Alleswissenden zu sagen, haltet den Mund, richtet nicht über jemanden den ihr garnicht gekannt habt und fügt den Eltern nicht noch größeren Schmerz durch eure Verleumdungen bei.

Denen, die Andreas kannten müssen wir nichts über ihn erzählen, denn sie wissen wie er war und in ihren Herzen wird er weiterleben, so wie er in unserer Familie weiterlebt. 

 

                                           

                                                                                              

 

 

                                                                                                          

 

 

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